Undine Bandelin wurde 1980 in Jena geboren. Sie studierte von 2005 bis 2011 Malerei an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle, wo sie ihr Diplom erwarb und anschließend ein Meisterschülerstudium der Malerei bei Prof. Pleuger absolvierte. Von 2015 bis 2017 erfüllte sie einen Lehrauftrag für Malerei im Kontext neuer Medien an der Burg Giebichenstein Halle. Sie lebt und arbeitet in Leipzig.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 12.02.2022 von 11.00 bis 18.00 Uhr statt.

Ausstellungsdauer 12.02.2022 – 19.03.2022

UNDINE BANDELIN „DIE VERGESSENEN MONARCHEN“

Vergessen setzt voraus, dass da jemand ist, der sich erinnert. Bandelin kramt in der Geschichte unseres Narzissmus und packt sie wie Schablonen über aktuelle Szenerien. Digitaler ‚Schnappschuss‘ und Herrscherporträt haben eine Gemeinsamkeit: Die narzisstische Selbstinszenierung. Wäre Grunge ein Malereistil, würde er so aussehen wie Undine Bandelins Kunst: rotziglebendig, unordentlich-dynamisch und direkt ins Gesicht.

In ihren Werken werden wir von Figuren eingekreist, die in ihrer Ästhetik wunderbar grässlich sind. Sie karikiert die Fehler, die wir an uns selbst verstecken wollen, zu unkonventionellen Gestalten. Umrandet von energetischen Farben sind sie der Motor der Atmosphäre. Sträubend entdeckt man sich wieder, und genau so soll es sein. Es ist der existenzielle Zustand, der hier mit seiner realen Ernsthaftigkeit tief unter die Haut geht.

Zwischen Stammtischkneipe, Badesee-Atmosphäre und Feldherr sind wir überall und nirgendwo. Bandelin führt uns den Spiegel vor und wir sehen unser imposantestes Ich. Die Eitelkeit betrifft uns alle.

— Sonja Gatterwe